Wie Vitos internationale Pflegefachpersonen gewinnt und nachhaltig begleitet
Gießen. Ein Neuanfang auf einem anderen Kontinent beginnt selten leicht. Für viele der indischen Pflegefachkräfte, die im Rahmen von „Vitos goes India“ nach Deutschland kommen, bedeutet er Abschied von Familie, Sprache und vertrauter Kultur. Gleichzeitig bietet er die Chance auf eine berufliche Zukunft in einer neuen Heimat. Mit seinem internationalen Recruitingprojekt „Vitos goes India“ stellt sich Vitos genau diesen Realitäten – und beweist, dass nachhaltige Lösungen im Gesundheitswesen mehr brauchen als kurzfristige Maßnahmen, nämlich Mut, Herzblut, Verlässlichkeit und echte Partnerschaft.
Zwischen Aufbruch und Herausforderung
Als Shaharas Pambinezhath Saifudheen ihre Entscheidung traf, nach Deutschland zu gehen, war das ein Schritt ins Ungewisse. „Es war für mich ein großer und auch mutiger Schritt“, sagt sie heute. „Ich habe meine Familie für unseren gemeinsamen Traum zurückgelassen.“ Heute arbeitet sie als Pflegefachperson in der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Herborn – und ist angekommen. „Ich fühle mich in meinem Beruf und im Team sehr wohl. Besonders glücklich bin ich, dass inzwischen auch mein Mann und meine kleine Tochter nachkommen konnten. Jetzt habe ich auch privat das Gefühl, wirklich hier zu sein. In Indien gab es für mich keine Perspektive, obwohl ich gut ausgebildet bin.“ Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele der internationalen Kolleginnen und Kollegen: Menschen, die bereit sind, persönliche Risiken einzugehen, um ihre berufliche Zukunft in einem anderen Land zu finden. Und einen Arbeitgeber, der bereit ist Unterstützung zu leisten, die weit über die reine Anstellung hinausgeht.
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Vitos übernimmt Verantwortung
Genau hier setzt Vitos an. Seit dem Start Ende 2022 ist „Vitos goes India“ mehr als ein Recruitingprojekt: Es ist ein strukturiertes, langfristig angelegtes Integrationskonzept. „Wir wissen, wie groß die Herausforderungen für internationale Pflegekräfte sind. Unser Anspruch ist es, nicht nur Arbeitsplätze zu bieten, sondern Perspektiven zu schaffen und Menschen auf ihrem gesamten Weg zu begleiten.“, sagt Jochen Schütz, Vitos Konzerngeschäftsführer Personal und Finanzen. Die Zahlen belegen den Erfolg dieses Ansatzes:
109 Fachkräfte und 88 Auszubildende konnten bereits gewonnen werden
29 Pflegefachkräfte arbeiten bereits anerkannt in den Kliniken
54 weitere befinden sich im Anerkennungsverfahren
20 Teilnehmende bereiten sich aktuell noch sprachlich in Indien vor
Ein entscheidender Fortschritt: Die neuesten Gruppen erreichen bereits das B2-Sprachniveau vor der Einreise – ein Meilenstein, der den Einstieg in den Arbeitsalltag erheblich erleichtert.
Integration die funktioniert weil sie begleitet wird
Die eigentliche Herausforderung beginnt nicht mit der Ankunft, sondern danach: im Klinikalltag, im Team, im täglichen Umgang mit Patientinnen und Patienten. Hier zeigt sich, wie tragfähig das Konzept am Ende ist. Der Erfolg spricht für sich: Alle Fachkräfte der ersten beiden Kursgruppen haben ihre Anpassungsmaßnahme im ersten Versuch bestanden. Die ersten indischen Auszubildenden stehen kurz vor ihrem Abschluss und bleiben bei Vitos. Auch im Alltag auf den Stationen trägt das Projekt Früchte. „Die internationalen Kolleginnen und Kollegen sind heute selbstverständlicher Teil unserer Teams“, berichtet Praxisanleiterin Tatjana Dietz-Gamal. „Wir begleiten sie eng – und gleichzeitig bereichern sie unsere Arbeit mit neuen Perspektiven. Aus meiner Sicht ist das Investment in unsere internationalen Fachkräfte am Ende der größte Gewinn: Sie werden zu wichtigen Begleiter/-innen im zukünftigen Integrationsprozess. Je mehr wir jetzt investieren, desto stärker entwickeln wir sie zu kompetenten, fachlich versierten Kolleg/-innen – von diesem Mehrwert profitieren wir langfristig alle.“ Patientinnen und Patienten heben besonders die empathische und zugewandte Art hervor, ein Gewinn, der über fachliche Kompetenzen hinausgeht.
Ein Projekt mit Zukunft
Obwohl die Personalsituation derzeit stabil ist, denkt Vitos bewusst auf lange Sicht. Der Aufbau internationaler Partnerschaften braucht Zeit – und Verlässlichkeit. Insgesamt befinden sich aktuell 63 Auszubildende aus Indien bei Vitos. Rund 30 bis 40 weitere sollen künftig jedes Jahr gewonnen werden. Der Fokus liegt weiterhin auf Indien, insbesondere auf der Region Kerala, wo verlässliche Partnerschaften entstanden sind, andere Herkunftsländer kommen hinzu. Vitos agiert hier langfristig.
Austausch und Weiterentwicklung im Projekt
Ein internes Treffen aller am Projekt Beteiligten am vergangenen Donnerstag diente dazu, ein Zwischenfazit zu ziehen, Erfahrungen zu bündeln und weitere Potenziale zu identifizieren. Neben Einblicken in die bisherige Entwicklung stehen Themen wie Sprachförderung, Integration im Klinikalltag und erfolgreiche Begleitung der neuen Kolleg/-innen im Fokus. Sarah Junghans, Leitung Personalentwicklung und Internationales Recruiting, betont: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele engagierte Kolleginnen und Kollegen in diesem Projekt zusammenkommen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Viele bringen sich dabei weit über das rein berufliche Maß hinaus mit großem persönlichem Einsatz und Herzblut ein. Genau dieses Miteinander hat es möglich gemacht, diesen wichtigen Meilenstein zu erreichen.“
Mehr als Fachkräftegewinnung
„Vitos goes India“ zeigt, dass internationales Recruiting dann funktioniert, wenn es als gemeinsamer Weg verstanden wird:
Ein Weg, auf dem Menschen ihre Heimat verlassen, um neue Chancen zu ergreifen.
Ein Weg, auf dem ein Unternehmen Verantwortung übernimmt, um Integration wirklich gelingen zu lassen.
Und ein Weg, der Teams verändert – durch Vielfalt, neue Perspektiven und gegenseitiges Lernen.
Vitos sendet damit ein klares Signal: Die Zukunft der Pflege wird internationaler und vielfältiger. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, sie gemeinsam zu gestalten.













